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Ruhe

Achten Sie auf eine ruhige Atmosphäre: Orte wie das gemütliche Sofa, die Betthöhle unter dem Kinderbett, der Schaukelstuhl oder klassischerweise das Bett sind ideal, um sich aneinanderzukuscheln und gemeinsam in die Geschichte „abzutauchen“. Kein nebenher geführtes Gespräch, keine aufdringliche Musik und schon gar kein Fernseher oder Handy sollten stören. Vorlesezeiten sollten zum Ritual werden, an denen keine Hektik des Alltags etwas ändern kann!

 

Der richtige Moment

Am besten ist es, jeden Tag zur selben Zeit vorzulesen oder eine Geschichte zu erzählen. Abends vor dem Schlafengehen ist eine gute Zeit dafür. Da ist das Kuscheln und Fantasieren am schönsten und lässt den Tag ruhig ausklingen. Aber auch nachmittags, nach dem Mittagessen, auf der gemütlichen Couch o.Ä. ist vielleicht ein schöner Moment der Entspannung und Ruhe. Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Zeiten, in denen es für Sie alle am besten passt. Hauptsache ist, dass regelmäßig vorgelesen bzw. erzählt wird.

 

Freie Wahl des „Lesestoffs“

Lassen Sie, wenn das Kind schon alt genug dafür ist (dazu muss es eigentlich nur deuten können) das Buch selbst auswählen. Je älter das Kind bereits ist, desto gezielter findet die Auswahl statt. Sie werden feststellen, dass Kinder Bücher für bestimmte Erlebnisse oder Stimmungen brauchen.

 

Zwischenfragen sind jederzeit erlaubt

Vorlesen bedeutet im Dialog stehen – verbal und emotional. Ein/e aufmerksame/r Vorleser/in spürt, was das Kind bewegt, er/sie hält Augenkontakt, merkt, ob das Kind Fragen hat, oder einfach selbst etwas zu dem Geschehen sagen möchte, vielleicht weil ihm/ihr dazu etwas aus seinem Alltag eingefallen ist. Dazu muss einem Kind genügend Raum und Zeit gelassen werden.

 

Es ist ein Kinderbuch – und darf auch so behandelt werden

Lassen Sie ihr Kind auch mal vor- und zurückblättern, auch wenn Sie die Geschichte gerne weiterlesen möchten. Nutzen Sie das Interesse und die Neugierde ihres Kindes. Lassen Sie es in Ruhe das Buch betrachten – pausieren Sie mit dem Lesen.

 

Kinder haben ihre eigene Zeit

Drängen Sie Ihr Kind nicht, die Geschichte möglichst schnell durchzuarbeiten: Das Kind wird die Lust an diesem „Pflichtprogramm“ verlieren! Kinder spüren sofort, wann es um sie geht und wann ein Erwachsener damit beschäftigt ist, eine „Aufgabe zu erledigen“. Seien Sie ganz bei Ihrem Kind, auch wenn es mal etwas länger dauert.

 

Kreatives Vorlesen

Verändern Sie Geschichten auch einmal, je nach Bedarf. Erzählen Sie etwa einen Bezug auf Ihr Leben, damit wird Ihr gemeinsamer Alltag aufgefangen und es kann sich ein Dialog entwickeln. Lassen Sie die HauptdarstellerInnen oder andere Figuren des Buches mit Ihrem Kind sprechen – das finden die Kleinen besonders toll! Überraschende Änderungen der gewohnten Geschichte fesseln die Aufmerksamkeit besonders, da Kinder das Unerwartete einfach spannend finden. Ebenso kann man mit Kindern den Schluss anders erfinden. Bei Bilderbüchern ohne Text können die Leerstellen zwischen den Bildern mit eigenen Erfahrungen und Geschichten gefüllt werden.

 

It´s Showtime!

Gehen Sie beim Vorlesen richtig mit. Kinder finden es überhaupt nicht peinlich, sondern spannend, wenn Sie etwa mit verstellter Stimme oder anderem Akzent vorlesen. Die kleinen und größeren Zuhörer/innen werden es Ihnen durch gebanntes Zuhören und Beobachten Ihrer Mimik und Gestik danken. Spannende Situationen liest man außerdem schneller als traurige.

LeserInnen haben ein Bücherregal

Richten Sie Ihrem Kind ein kleines Bücherregal ein, dort kann es seine „Schätze“ sammeln. Das Kind kann bei der Auswahl des Buches den Blick über seine Bücher schweifen lassen und es wird immer wieder gerne von sich aus zu seinen Büchern greifen.

 

Die Welt der Bücher gemeinsam entdecken

Nehmen Sie Ihr Kind mit zu den Orten, wo es Bücher in Hülle und Fülle gibt. Sei es in Bibliotheken, Buchhandlungen, auf Bücherflohmärkten … suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein Buch aus, lassen Sie sich beraten. Es gibt auch eine Menge alter Bücher, die heute noch Kinder begeistern. Die wichtigste Voraussetzung ist die eigene Begeisterung für die Geschichte – nur so überzeugt sie die anspruchsvollen ZuhörerInnen!

 

Achten Sie auf die Interessen Ihres Kindes

Richten Sie sich bei der Auswahl der Bücher nach den Interessen, dem Alter und der jeweiligen Leseerfahrung der Kinder: Großflächige (Papp-, Fühl-)Bilderbücher für die Jüngsten, längere Vorlesegeschichten, auch als Fortsetzungsgeschichten über mehrere Tage, für die Älteren.

 

Der/die VorleserIn liest mit

Ein gutes Kinderbuch ist oft das, was auch den Eltern gefällt und begeistert – aber auch eines, für das sich VorleserInnen vielleicht besonders Zeit nehmen und Mühe geben. Es hat jedoch wenig Zweck ein Buch vorzulesen, das Ihnen selbst nicht gefällt oder Sie nicht interessiert. Jede/r hat seinen ganz eigenen Stil und seine/ihre Vorlieben – auch beim Vorlesen.
Eltern sollten dem Kind jedoch vielfältige Erfahrungen mitgeben, die es später brauchen kann. Gerade darum sollten auch Bücher ausgewählt werden, die unangenehme Themen wie Zorn, Eifersucht oder Neid bearbeiten oder ausgefallene Illustrationen beinhalten. Erwachsene nehmen hierbei jedoch oft „Heile-Welt-Bilderbücher“, weil ihnen die Probleme selbst bedrohlich erscheinen. Seien Sie durchaus offen für gewagte Geschichten und Illustrationen, probieren Sie es aus. Sie kennen Ihr Kind am besten und können beurteilen, was ihm/ihr Freude und Unterhaltung oder gar Angst bereitet.

 

Einfach anfangen

Lesen Sie einfach vor – alle Kinder mögen es, vorgelesen zu bekommen! Erzählen Sie auch im Alltag immer wieder Geschichten bei Tätigkeiten, die Sie mit Ihrem Kind ausführen (z.B. spannende und rührende Staubsaugergeschichten). Erzählen Sie Geschichten, die Sie selbst als Kind mochten. Erfinden Sie Geschichten mit Ihren Kindern … wilde, lustige, traurige, wirre, alberne!

 

Mit bestem Beispiel vorangehen

Eltern, die von ihren Kindern fordern, doch endlich einmal ein Buch zur Hand zu nehmen, um es sich dann selbst vor dem Fernseher oder Laptop gemütlich zu machen, werden ganz sicher das Gegenteil erreichen. Nur wenn Kinder auch in ihrem unmittelbaren Umfeld erfahren, dass die Erwachsenen gerne lesen und mit ihrem eigenen Medienkonsum verantwortungsvoll umgehen, werden auch sie sich dem Buch zuwenden wollen. Eltern bzw. die engsten Bezugspersonen sind und bleiben die Vorbilder für die Kinder.

 

Lesen darf niemals Strafe sein

Lesen „zu müssen“ darf niemals als Strafandrohung ein- oder umgesetzt werden. Nichts ist demotivierender als dazu verdonnert zu werden, ein Buch lesen zu müssen. Wenn überhaupt, sind Bücher eine Belohnung und das Vorlesen erst recht. Nur so finden Kinder einen lustvollen Zugang zur Welt der Bücher und die Geborgenheit, die sie spüren, wenn Eltern/Bezugspersonen ihnen vorlesen, wird sie auch ihr Leben lang begleiten.

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